Ein neuer Autor stellt sich vor ...
Der kommende Freitag ist ein
besonderer Tag für Marc A. Herren. Mit dem Roman »Lazarus Tod« reiht
sich der Schweizer Autor in die Autoren-Riege seiner Lieblingsserie
ein: PERRY RHODAN.
Zur eigenen Vorstellung schrieb Herren die Kurzgeschichte:
Das Vorstellungsgespräch.
Alien: Nun schauen Sie nicht so erschrocken, wir müssen uns an Ihren Anblick schließlich auch erst gewöhnen, »Zweiäuger«.
Herren: Wo ... wo bin ich hier?
Alien: An Bord der VAUPE'EN. Eines der schönsten Friedensfahrer-Schiffe überhaupt.
Herren: Schluckt . Wie komme ich hierher?
Alien: Durch einen sogenannten Multidimensionshypertransmitter, der mit
einem »Hypertemporalquester« ausgestattet ist. Eine kompliziertes
Gerät, das hört man schon am Namen. Da kommt zweimal »hyper« drin vor!
Herren: Was??
Alien: Wir haben Sie gegoogelt und hergebeamt. Verstehen Sie mich jetzt? ... Sie sind doch Marc A. Herren, oder?
Herren: Äh, ja ...
Alien: Anästhesist und Pharmazeut an Bord der RICHARD BURTON??
Herren: Was? Nein, ich heiße zwar so, aber ich komme aus der Schweiz.
Alien: Beunruhigt. Nicht der Pharmazeut und Freund von Hajmo Siderip?
Herren: Nein. Ich arbeite für die Schweizer Großbank ...
Alien: Fällt dazwischen. Jetzt haben
sich diese Affen schon wieder verbeamt! Zwei Lemurer arbeiten am
Hyperdingsda, verstehen Sie? Unmöglich sind die, unmöglich! Wie soll
man so ein vernünftiges »Recruting« für die Friedensfahrer aufziehen,
wenn die sich ständig verbeamen?
Herren: Argwöhnisch . Das hier ist ein Vorstellungsgespräch?
Alien: Sehr richtig, mein Herr. Sie kommen dann wohl nicht mehr in Frage
für den Job. Obwohl - wenn Sie schon mal da sind: Können Sie denn
irgendetwas?
Herren: Hmmm ... Also ich bin ein Betriebswirtschafter HF. Sagt Ihnen das was?
Alien: Eine Mischung aus Buchhalter und Manager? Nein, danke, von denen
haben wir schon genug an Bord. Was machen Sie denn sonst noch so?
Herren: Ich tauche sehr gerne. Letzten Winter habe ich drei Monate auf Gran
Canaria in einer Tauchbasis gearbeitet und die Ausbildung zum Dive
Master absolviert.
Alien: Tauchen? Sie meinen jetzt aber nicht dieses archaische Gummi-Anzug-anziehen-und-mit-Druckluft-in-gewöhnliches-H2O-steigen?
Herren: Ääh, doch ... ?!
Alien: Das ist ja wohl lächerlich. Bei uns müssen Sie mit Einsätzen auf
den lebensfeindlichsten Planeten rechnen. Da nützen Ihnen Gummianzüge
herzlich wenig. Haben Sie uns denn sonst noch Fähigkeiten zu bieten?
Herren: Nun, ich habe einen Sommer lang in Hollywood gelebt und dort eine Filmemacher-Ausbildung genossen.
Alien: Und nun kennen Sie sich wohl besonders gut mit Silikon, Koks und
Botox aus, nicht wahr? Sie stufen anscheinend eine Nacht in Paris zu
drehen als eine herausragende Fähigkeit ein, wie?
Lacht hämisch.
Herren: Wollen Sie etwas bodenständigeres? Ich bin in einer Bäckerei aufgewachsen, habe dort auch des öfteren mitgearbeitet.
Alien: So, so ... Dann wären Sie wenigstens für die Frühschichten zu
haben, nicht wahr. Aber einen Bäcker haben wir bereits, tut mir leid.
Besitzen Sie wenigstens eine militärische Ausbildung, damit man Sie als
Kanonenfutter, äh, also ich meinte für die Raumlandetruppen gebrauchen
kann?
Herren: Nun, ich bin Offizier der Schweizer Armee...
Alien: Sind das die mit den Sackmessern?
Herren: Ja.
Alien: Aha. Können wir leider nicht gebrauchen, solange die nicht der
Galaktikum-Norm entsprechen. Die Sache mit dem fehlenden Kinder- und
Mattenwilly-Schutz, Sie verstehen?
Herren: Vielleicht brauchen Sie einen Pressechef? Da habe ich auch etwas
Erfahrung. Ich bin nämlich in dieser Funktion für das Spitzenteam
ZEILER Köniz tätig.
Alien: Sagt mir nichts. Moment, ich google es kurz ... Moment! Das ist ja Frauenvolleyball.
Herren: Ja, und?
Alien: Finden Sie nicht, dass die stofflichen Ausmaße der Lendenbereichsbedeckungen etwas knapp bemessen sind?
Herren: Ach, die gewöhnen sich schnell daran. Dafür ist es eine äusserst beliebte Werbefläche.
Alien: Halt. Sagen Sie das nochmal!
Herren: Werbefläche??
Alien: Nein, zwei Worte davor!
Herren: ... äusserst?
Alien: Genau! Das heißt nämlich ä-u-ß-e-r-s-t! Mit einem Eszett!
Herren: Ja, ich weiss ... äh, weiß. Das hat die Thydery-Fangemeinde auch schon festgestellt, dass in meinen Romanen die »ß« fehlen.
Alien: Sie schreiben?
Herren: Leidenschaftlich gerne. Nach meinem Ausflug in
die Filmewelt kehrte ich zu meinen Wurzeln zurück und entdeckt wieder
den Geschichtenerzähler in mir. Ich besuchte mehrere
Schreibwerkstätten. Und begann erneut zu schreiben.
Alien: Thydery ... Thydery ... Der Name sagt mir etwas.
Herren: Das ist eine hervorragende Science Fiction-Serie aus dem Hause Mathiak und Drach.
Alien: Grübelt. Vielleicht hätte ich
doch einen Job für Sie. Wir produzieren in der VAUPE'EN nämlich ein
ganzes Universum, das sogenannte Perryversum. Wir haben im
Autorenkerker ein paar Jungs festgekettet, die den Auftrag haben, an
einem Spin-Off namens PERRY RHODAN-Action zu schreiben.
Herren: In einem Kerker?
Alien: Ach, das war nur so dahergesagt. In Wahrheit ist es eine recht
geräumige Zelle. Also, ich meine ... es ist eher sowas wie ein kleines
Wohnzimmer.
Herren: Ich bin mir nicht sicher ...
Alien: Aber ich! Glauben Sie mir, das wird Ihnen Spaß machen! Der Kerk… , äh »Activity Coach« wird sie gleich nach unten begleiten.
Herren: Moment! Was wollen Sie mit diesen Ketten?
Alien: Eine reine Sicherheitsmaßnahme. Nun stellen Sie sich doch nicht so
an – andere würden für einen solchen Job ... Nun seien Sie schon
kooperativ!
Herren: Ersticktes Husten.
Alien: So. Endlich geschafft. Gibt doch immer wieder Ärger mit diesen neutralen Schweizern!
Ende ...?
Wer den Autor einmal persönlich kennenlernen möchte, der kann dies am
Mittwoch, den 4. Juni in der Berner »Billiard Lounge Köniz« bei einem von
Herren organisierten Leseabend machen. Näheres dazu in der News: »Marc A. Herren lädt ein«.