Von jüngeren und älteren Perrys (und Autoren) ...
Am kommenden Freitag erscheint mit »Rhodan mal tausend«
ein seit langem erwarteter neuer Roman von Hans Kneifel
. Wie der Autor über die Arbeit am dritten PR-Action-Roman denkt und was ihm Sorgen bereitet hat. Die schönsten Momente beim Schreiben hat er in ein Logbuch gefasst:
Verständlicherweise lebt ein »Gastautor«, der überdies nicht zu den Gründungsvätern und –onkeln der Serie zählt, nicht mitten in der Datenflut eines Kollegen, der sich intensiv mit dem aktuellen Geschehen beschäftigt.
Das hatte zur Folge, dass für mich zum Beispiel der gesamte Komplex der »damals« noch lebenden Mutanten ebenso ziemlich fremd war wie so manche Passagen, die sich mit der ersten Ausdehnung des »Imperiums« und mit Arkons neuen Herrschern befasst. Schließlich liegen mehr als 30 Jahre zwischen jener Zeit und den heutigen Abenteuern.
Also hieß es: Nachsehen, blättern, Notizen, Kontrolle, Korrekturen und die Furcht, trotzdem etwas falsch darzustellen und von den Gestressten der Redaktion verwünscht zu werden. Und Band 3 musste früher fertig sein als ein Band 10, was für mich bedeutete, zwischen notwendiger Pünktlichkeit, Eile und Gründlichkeit zu pendeln und jedes Mal, kurz vor der Verzweiflung, mit neuem Schwung weiterzumachen – es war, wie fast immer, ein Fulltime-Job!
Auch die Überlegung, dass die ersten Bände, besonders im Fall einer Mini-Serie, den Charakter des ganzen beeinflussen (auch wenn es nicht explizit beabsichtigt ist), fließt in die Arbeit mit ein. Perry Rhodan war ja zu Beginn der endlosen Geschichte ständig selbst in viele Abenteuer verwickelt und riss in vielen Fällen die Handlung an sich.
Der Demetria-Zyklus ist ein schönes Beispiel dafür: Rhodan, nur knapp dem Tod entronnen, greift selbst ein (und an).
Auch dieser Umstand und die nun wahrlich actionreiche Handlung (zunächst nur im Exposé angelegt) forderten vom Autor zunächst ein Umdenken aus der Rhodan-Gegenwart, die von einem anderen Verhalten des inzwischen »gereiften« Perrys ausgeht. Er ist weniger spontan, setzt mehr seine schier unendlich großen Erfahrungen zur Problemlösung ein.
Das sind Überlegungen, die unausgesprochen in die Arbeit am Manuskript einfließen. Jeder RHODAN-Autor kennt diesen Effekt und muss sich damit auseinandersetzen. Auch Rhodans Kampf – zwölf Heftebände lang – gegen einen (nur einen?) unbekannten, bisher unsichtbaren Gegner, dessen Motive ebenso unbekannt sind, der zwar spannend geschildert, aber nicht in gewaltige Raumschlachten ausarten darf, muss den Leser mitreißen.
Zwischen allen diesen knapp geschilderten Bestandteilen einer spannenden Geschichte richtig abzuwägen, dem Leser die Protagonisten und die Nebenfiguren nahe zu bringen, die Handlung voranzutreiben und auf den nächsten Band vorzubereiten – das alles ist die Aufgabe des Autors, des jungen wie des Älteren.
Es ist gleichermaßen schwierig und spannend, interessant und manchmal erschöpfend, aber es gehört dazu, wenn man sich mit PERRY RHODAN identifiziert. Und es gilt für jeden Band, ob Serie oder Action.