PERRY RHODAN-Action schreiben (Teil 2 von 3):
Marc A. Herren – das Tagebuch.
Fortsetzung von Teil 1 
20. Januar 2008: Gestatten ... Achim Mehnert
!
Achim schreibt zurück und bestätigt, dass er am Ende von PRA04 Perrys XXX XXX XXX. So weiß ich, dass es zwischen unseren Romanen keinen Knick geben wird und kann weiterschreiben.
Ich bin an Kapitel 2, fühle mich beim Schreiben schon viel besser als noch im vorhergehenden Kapitel. Zwei Szenen aus Perrys Vergangenheit lasse ich einfließen und hoffe, dass sie von den Lesern gut aufgenommen werden (falls sie nicht schon vorher in der Redaktion hängen bleiben ; )
1. Februar 2008: ICE ohne Steckdose!
Ächz! Der ICE, der mich zum Schreibseminar bringt, bietet mir und meinem Läppi keine einzige Steckdose. Dabei hatte ich geplant, auf der Fahrt in den Norden meine ersten beiden Kapitel zu überarbeiten, damit ich Klaus ein aktuelles Stimmungsbild geben und mit ihm ein paar Details und Handlungsstränge besprechen kann.
2. Februar 2008: Viel Arbeit in Wolfenbüttel
Nach einem intensiven Seminartag, an dem viele Testkapitel durchleuchtet wurden, sitzen Klaus und ich etwas abseits von den anderen und besprechen den Handlungsverlauf von PRA05 und kommen auf die Idee, wie ich bereits am Romananfang das Rätsel um die XXX lancieren kann.
3. Februar 2008: Der Rucksack wird langsam voller
Die Referentin Kathrin Lange (aka Cathrine Hartmann) gibt wertvolle Tipps, wie man einen Roman zu Ende schreiben kann. Schon nur wegen dieses Referats hat sich der Wolfenbütteler-Ausflug gelohnt.
Doch auch die Ausführungen von Klaus und die Arbeit mit dem von den Teilnehmern geschriebenen Material geben mir viele Hinweise und werden mir inskünftig helfen, stilistische Entscheidungen bewusster treffen zu können. Der Ausspruch meines Cinematography-Teachers aus der Filmschule kommt mir in den Sinn: »In order to break the rules, you have to know the rules!«
7. Februar 2008: Schreibunfall
In meiner Mittagspause ziehe ich mich in ein Sitzungszimmer zurück und esse einen Salat. Irgend ein hartes Etwas befindet sich zwischen den Salatblättern, ich beiße herzhaft drauf – »knack« – und ein Backenzahn beschließt, sich spontan zu spalten. Ayayay!!
8. Februar 2008: Manöverkritik
Klaus schickte mir die ersten beiden Kapitel kommentiert zurück. Zuerst erstarre ich ob der vielen gelben Farbe im Auftakt zum Kapitel 1.
Auf den zweiten Blick sind es dann doch nicht so viele, sondern besonders ausführliche Anmerkungen, die mir Klaus hineingeschrieben hat. Ich erkenne, dass ich häufig Handlungen passiv beschreibe.
Ich erstelle eine Liste mit Wörtern und Redewendungen, die ich inskünftig vermeiden will. »Etwas beginnen zu tun«, steht da zum Beispiel drauf. Ich bin dankbar, dass ich von allen Seiten so gut unterstützt werde.
9. Februar 2008: Meine anderen Leben holen mich ein
Ächz. Habe heute rein gar nix gemacht an meinem Roman. Am Morgen um ein Uhr bin ich bei meinem Vater in der Backstube gestanden und habe ihm die folgenden 7 Stunden geholfen, das Brot und die anderen bestellten Backwaren herzustellen.
Es ist ein tougher Job, den meine Eltern haben. Von meinem Vater habe ich übrigens das »A.« in meinem Namen stehen. Ich sehe ihn nicht nur als Handwerker, sondern auch als Künstler. Sie sollten einmal seine Lebkuchen sehen, die er jeweils zu Weihnachten herstellt!
Meinereiner war nach den paar Stunden in der Backstube kaputt, und ich verschlief den nächsten Teil des Tages. Um 17 Uhr stand dann der nächste Programmpunkt an: Die Volleyball-Damen von
ZEILER Köniz 
traten zum ersten Play-Off-Viertelfinalspiel an. Zahlreiche Verletzungen hatten eine seriöse Vorbereitung fast unmöglich gemacht, doch das Team zog sich gut aus der Affäre und gewann 3:0.
Ich gehe nach dem Spiel gleich wieder heim. Morgen früh will ich wieder Zug fahren und dies in einem möglichst ausgeschlafenen Zustand. Wenn nur mein Zahn nicht so schmerzen würde. Am Montag gehe ich zum Zahnarzt.
15. Februar 2008: Rastatt beruhigen
Die letzten Tage waren unglaublich intensiv, da ich für die Arbeitskollegen meines Teams die Zielvereinbarungsgespräche vorbereiten und durchführen musste (jaja, ich bin nämlich nicht hauptberuflicher Autor, sondern verdiene meine »Batzelis« bei einer großen Bank als Leiter eines Internetbanking-Spezialisten-Teams).
Da Klaus zwei Wochen nicht im Büro sein wird, rufe ich ihn an, damit er sich keine Sorgen machen muss. Mir ist bewusst, dass es ein Risiko darstellt, wenn VPM für dieses Spin-Off einen bislang im professionellen Bereich unbekannten Autor einsetzt.
Ich bedanke mich bei Klaus für die wertvollen Hinweise zu meinen beiden ersten Kapitel und sage ihm, dass ich mich mittlerweile im Kapitel 5 befinde und weiterhin hoffe, den Termin 28. Februar einhalten zu können. Er sagt mir, dass er erst am 3. März wieder im Büro sein wird – dann will er mein Manuskript aber im Posteingang haben. Ich bestätige und mache mich ans Weiterschreiben ...
Den letzten Teil von »PERRY RHODAN-Action schreiben« findet ihr in zwei Wochen im Bereich Logbuch
exklusiv auf dieser Homepage.