Schreiben nach eigenem Exposé?

PERRY RHODAN-Action ... ja, das ist schon was! Demnächst wird es einen ausführlichen Werkstattbericht geben, wie es mir beim Schreiben der Exposés ergangen ist  – in der SOL 50 und danach auch hier auf der Homepage. Deshalb erzähle ich darüber an dieser Stelle nicht allzu viel ... sondern verliere ein paar Sätze zum zweiten Roman des Mini-Zyklus, der ja aus meiner Tastatur stammt.

Das war schon ein eigenartiges Erlebnis. Ich hatte einen Rhodan-Roman zu schreiben nach einem Expo, das von mir selbst stammt  ...

Als ich das Expo schrieb, dachte ich: »Klasse, das hast du alles intus, der Roman wird sich von selbst schreiben.« Schließlich kannte ich die Struktur, die Figuren, deren Emotionen und Beweggründe ... all das. Dann hab' ich aber so lustige Dinge dazwischen abgearbeitet wie zehn weitere Expos zu schreiben.

Zehn weitere Expos!

Das heißt, eine Fülle von Informationen, Charakteren und Entwicklungen ... auch mit dem Personal aus meinem zweiten Roman, wie etwa die Administratorin Cosmai Cetera, die ich dort ausführlich ins Licht setze. Ich kenne ihr weiteres Schicksal genau, weiß, was mit ihr in Roman 3, 4, 5 bis hin zu 12 geschieht.

Das ist bei Romanen, die ich nach »fremden« Expos schreibe (also nach Robert Feldhoffs  > Expos bei PERRY RHODAN) manchmal nicht anders, manchmal ähnlich. Manchmal weiß ich aber auch nicht, wie sich die Figuren in weiterer Zukunft entwickeln werden. Und noch nie hatte ich das Schicksal einer RHODAN-Figur in derart starkem Maß selbst entwickelt (typisch Montillon ... die arme Administratorin wird's nicht immer leicht haben).

Und dann soll ich eine solche Figur einführen – ohne zu spoilern, wie es mit ihr weitergeht. Ohne dezente HInweise, die an dieser Stelle nichts zu suchen haben. Ohne Spitzfindigkeiten, für die mich der Exposé-Autor in Stücke reißen würde, weil der denkende Leser darauf schließen kann, was später passieren wird.

Ähm – der Expo-Autor? Also müsste sich Montillon selbst verstümmeln? Das wiederum wäre zu grausam, um in einem Expo zu landen. Also lassen wir das.
Wie gesagt, bei der RHODAN-Hauptserie ist das manchmal nicht anders: Hin und wieder kenne ich eben die nächsten Expos und weiß z.B., dass eine Nebenfigur stirbt, sich auf die-und-die-Art entwickelt etc. Manchmal aber auch nicht. Und für mich selbst gab es das noch nie in derart starkem Maß.

Schließlich liegt mir eine Figur wie z.B. Cosmai Cetera sehr am Herzen.
Und um bei ihr zu bleiben (die Liste ließe sich leicht um eine Fülle weiterer Details verlängern): Ich muss sie aus der Hand geben. Muss andere Autoren machen lassen ... und kann keinen Einfluss darauf nehmen, wie diese mit ihr umgehen. Oder doch nur wenig Einfluss.

Vielleicht sehen die Kollegen das, was ich ins Expo geschrieben hab, ganz anders, vielleicht interpretieren sie es ganz anders, haben eine ganz andere Art von Person vor dem inneren Auge – charakterlich wie auch äußerlich, was oft eng zusammenhängt. Aber zumindest was das Äußere angeht, sollten sie eigentlich dasselbe Bild haben, denn wir haben dem Datenblatt zu ihrer Person ein Foto angehängt. Aber ich glaube, selbst ein Foto kann man mit ganz unterschiedlichen Augen sehen.

In diesem Sinn – ich bin gespannt. Gespannt auf die Romane meiner Kollegen, gespannt auch darauf, wie mein eigener (erster) Beitrag ankommen wird.
Unter uns gesagt (und das sind wir doch, unter uns, oder?) fiel mir das Schreiben nicht immer leicht. Warum auch immer.

Schreiben nach eigenem Exposé ... da könnte man wohl eine ganze Abhandlung drüber schreiben. Vielleicht tue ich das irgendwann. Aber nicht heute.
Christian Montillons erster Roman nach eigenem Exposé: »Sturm der Kriegsandroiden«